Darsteller: Corinna Harfouch (Isolde Wünsche), André Hennicke (Emil Wünsche), Susanne Bormann (Susanne Wünsche), Kathrin Ackermann (Nora Permont), Ulrike Dräger (Gies Wünsche) Winfried Glatzeder (Klavierlehrer), Monika Lennartz (Direktorin) u.a.
Icestorm Entertainment (DVD) IMDB OFDb Das Buch zum Film (Wenn ich kein Vogel wär)Die DVD kann z.B. bei Amazon bestellt werden.
Inhalt
Musik ist für sie wie die Luft zum Atmen. Ein Leben ohne ihr Klavier kann sich Susanne nicht vorstellen. Die Elfjährige wohnt mit der älteren Schwester und der Mutter Isolde in Pankow. Auch acht Jahre nach Kriegsende ist der Bezirk noch immer schwer von den Bombeneinschlägen gezeichnet. Die Mutter schuftet Tag und Nacht - doch voller Überzeugung - für den Wiederaufbau und die Errichtung eines gerechten Systems im Osten. Da bleibt wenig Zeit für die Kinder. Deshalb fährt Susanne zu Großmutter Nora - selbst Sängerin und wohlbetuchte Dame - ins westliche Zehlendorf, um ihren Musikunterricht wahrzunehmen. Unbeschwert pendelt das begabte Mädchen zwischen den beiden Welten. Da kehrt Vater Emil aus der Gefangenschaft zurück. Für die Schwestern ist er ein Fremder. Traumatisiert vom Erlebten, versucht er, die Bilder des Krieges im Alkohol zu ertränken, überträgt seine Ängste auf Frau und Kinder und ändert deren Alltag völlig: Vorbei ist es mit den Kinderspielen, vorbei auch die Zeiten des Klavierspielens für Susanne. In dem verzweifelten Kind reift ein Plan.Frei nach Motiven des Romans Wenn ich kein Vogel wär von Rita Kuczinski (Icestorm Entertainment)
Filmclips
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Susanne Bormann als Susanne Wünsche in Zwischen Pankow und Zehlendorf
Susannes
Vater (André Hennicke) ist als Spätheimkehrer nach dem Krieg
nach Hause gekommen. Er hat immer noch das Maschinengewehr im
Ohr - für die Flöte ist da kein Platz.
Die Kinder sind von dem ruppigen Mann schockiert. Susanne zu ihrer Filmmutter Corinna Harfouch: "Mama, wir brauchen doch gar keinen Vater..."
Susanne bei ihrer Oma Nora (Kathrin Ackermann), einer
Opernsängern, in Westberlin, wo sie viel Zeit verbringt und
auch die Musikschule besucht.
Im Widerspruch zwischen Ost-Schulkenntnissen und
West-Verwandten fragt sie einen Besucher ihrer Oma: "Warum
schlägst du denn deine Knechte und Mägde?"
"Steh
auf! Der Feind liegt nur 3 km von hier!" Der Vater lebt noch
im letzten Krieg und sieht den nächsten schon kommen - da
müssen auch die Kinder gewappnet sein. Susanne aber hat das
Kriegsspielen satt und kann nicht mehr.
Im
Schulchor: "Anmut sparet nicht, noch Mühe, Leidenschaft nicht
noch Verstand"
Die Erziehung des Vaters trägt zunächst Früchte: Susanne und
ihre Schwester haben beschlossen, einmal Partisanen zu
werden. Als Mutprobe überwindet sich Susanne und wirft einen
Frosch an die Wand - wofür sie von der Schulleiterin (Monika
Lennartz) zur Verantwortung gezogen wird.
Susanne
hat die Aufnahmeprüfung für den Meisterkurs bestanden und wird
vom amerikanischen Chauffeur ihrer Oma mit Blumen empfangen.
Ihre
Mutter ist allerdings inzwischen zu der Meinung gelangt, dass
der Westeinfluss ungünstig für ihre Entwicklung ist. Susanne
soll ihre Oma - und die Musikschule - nicht mehr sehen.
Susanne
hält es bei ihrem Vater aber nicht mehr aus. Aus Verzweiflung
wird sie zur Dieben. Im Gefängnis kann ihr der Vater
wenigstens nicht mehr ihre Töne zerschreien.(Produktion Pro Babelsberg, DVD im Vertrieb von Icestorm Entertainment, Filmclips und Screenshots mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von Icestorm Entertainment; mit Anklicken oder "Ziel speichern unter" kann jeweils eine hochaufgelöste Version heruntergeladen werden.)
Als Zuschauer gesehen
Ich gebe zu: Ich habe mich gefreut, als ich erfahren habe, dass Icestorm Entertainment den wenig bekannten Film "Zwischen Pankow und Zehlendorf" auf DVD herausbringt. Dabei sollen die Schwächen in Buch und Dramaturgie nicht verschwiegen werden: Die Figur des Vaters ist überzeichnet, zwischen Zehlendorf und Pankow herrscht im wahrsten Sinne des Wortes Schwarzweiß, Seemanns Filmmusik ist für das Kammerspiel zwei Nummern zu groß usw.Der Film erscheint bei Icestorm in der Reihe "Zwischen den Zeiten - Filme aus der Wende" und ist zerrissen wie die Zeit, in der er (als einer der letzten DEFA-Filme) entstanden ist. Dass der Filmemacher Horst Seemann, der DDR bis 89 sehr wohlwollend verbunden, in der Wende einen ganz schnellen Schwenk zu einer derart unkritischen Beleuchtung Westberliner Nachkriegsverhältnisse gemacht hat, ist peinlich und soll auch nicht verschwiegen werden.
Es sind die Schauspieler und vor allem die damals 11-jährige Susanne Bormann und ihre Filmmutter Corinna Harfouch, die den Film dennoch sehenswert machen. Corinna Harfouch ist in ihrem Schwanken zwischen ihrer West-Mutter und ihrem Ost-Mann beeindruckend und glaubwürdig. Vor allem aber enthält der Film viele wunderhübsche Szenen mit Susanne Bormann, darunter mehrere, in denen sie unter der Anleitung von Winfried Glatzeder als Klavierlehrer (selbst) Klavier spielt. Bemerkenswert ist die Szene, in der sie der Angestellten beim Jugendamt erklärt, weshalb sie sich mit ihren Tönen vor dem Vater ins Gefängnis flüchten möchte. Das Projekt war für sie auch ein wichtiger Schritt, im Filmgeschäft Fuß zu fassen. Schon allein ihre Hauptrolle lohnt den Kauf der DVD auf jeden Fall.
Vor allem jüngere Menschen werden etliche Szenen ungläubig belächeln. Ihnen sei gesagt: Ich kenne noch Berichte über Genossen, die bei Stalins Tod - aus eigenem Antrieb - hemmungslos geweint haben. Und Spätheimkehrer aus sowjetischer Gefangenschaft, die im zivilen Leben im Osten nicht Fuß fassen konnten und dann in den Westen "abgehauen" sind, wie es damals hieß, habe ich selbst kennengelernt. (MB)
Susanne Bormann bei: Film und Karriere beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis
Zwischen Pankow und Zehlendorf wurde am 18.01.2008 beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken gezeigt. Susanne Bormann war bei der Aufführung im Rahmen der Reihe "Film und Karriere" anwesend; im Anschluss an den Film war sie kurz vor Mitternacht noch zusammen mit Stipe Erceg im Festivalclub Lolas Bistro zu Gast bei einem Talk zu diesem Thema. Einen Bericht über beide Veranstaltungen gibt es hier und Bilder vom Talk hier:1![]() |
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| Stipe Erceg, Susanne Bormann und Helene Grass im Gespräch über "Film und Karriere" in Lolas Bistro. | |
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Bild 1, 2, 4, 5 Manuela Wenger; Bild 3 Marisa Villareale; alle Bilder mit herzlichem Dank vom Filmfestival Max-Ophüls-Preis, Saarbrücken. Bei allen Fotos liefert ein Klick auf das Bild jeweils eine hochaufgelöste Version.
Seitentitelbild: Icestorm Entertainment, mit herzlichem Dank
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