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Treffen in Travers

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Regie: Michael Gwisdek (1988)

Drehbuch: Thomas Knauf

Darsteller: Hermann Beyer (Gerd Forster), Corinna Harfouch (Therese Forster), Uwe Kockisch (Ferdinand Huber), Susanne Bormann (Röschen Forster), Lucie Gebhardt (Klärchen Forster), Astrid Krenz (Liese), Peter Dommisch (Leonidas, Wirt), Heide Kipp (Marthe, Wirtin) u.a.

Absolut Medien (DVD)  IMDB  OFDb  filmportal.de DEFA-Stiftung 

Festivals und Preise: Cannes 1989 Sektion "Un certain regard"; Nationales Spielfilmfestival der DDR 1990: Bester Spielfilm, bester Hauptdarsteller, beste Hauptdarstellerin; DDR-Kritikerpreis "Große Klappe" 1990

Die DVD ist erschienen bei Absolut Medien und kann dort direkt oder z.B. über Amazon.de bestellt werden.


Inhalt

1793 ‒ Der Dichter und Naturforscher Georg Forster (Hermann Beyer), ein überzeugter Anhänger der Französischen Revolution, reist von Paris nach Travers, um sich dort mit seiner Ehefrau Therese (Corinna Harfouch) zu treffen. Forster möchte sie und seine beiden Töchter (Susanne Bormann und Lucie Gebhardt ) zu sich holen. Therese aber will die Scheidung, um ihre Beziehung zu dem Schriftsteller Ferdinand Huber (Uwe Kockisch) legalisieren zu können. Ihr Liebhaber und die beiden Kinder begleiten sie. Drei Tage und Nächte voller Leidenschaft, psychischer Höhen und Tiefen und hoffnungsvoller Momente. (Absolut Medien)


Susanne Bormann in Treffen in Travers

Treffen in Travers 1
Georg Forster (Herrmann Beyer), seine Frau Therese (Corinna Harfouch) und Ferdinand Huber (Uwe Kockisch).
Georg  Forster ist, gesundheitlich gezeichnet, zu einem Treffen mit seiner Noch-Ehefrau Therese und deren Liebhaber  Ferdinand Huber ins Schweizerische Travers gefahren. Huber war früher großzügig von Forster aufgenommen worden, hatte die Gelegenheit aber genutzt, eine Beziehung mit Therese anzubahnen. Seit Forster in Paris die Französische Revolution unterstützt, leben Therese und Ferdinand zusammen. Nun soll mit einer Scheidung auch offiziell Klarheit geschaffen werden. Beim Empfang bemühen sich alle noch um Contenance.
Treffen in Travers 2
Georg Forster (Herrmann Beyer), seine Frau Therese (Corinna Harfouch) und seine beiden Kinder Klärchen (Lucie Gebhardt) und Röschen (Susanne Bormann).
Bei der Scheidung hat Therese vor allem auch das Wohl der Kinder im Auge, die so einen legalen Stiefvater bekommen könnten. Lucie, die jüngere, rennt dann beim ersten Treffen mit ihrem Vater Georg Vater auch erst einmal verstört weg. Doch Georg hat seine Kinder - hier beim Zubettbringen - nicht vergessen. Trotz der jahrelangen Trennung blicken den Papa strahlende Augen an
Treffen in Travers 4
Georg Forster (Herrmann Beyer), Therese Forster (Corinna Harfouch) und Ferdinand Huber (Uwe Kockisch).
Gleich am ersten Abend treffen Welten aufeinander: Georg, nach wie voll Feuer und Flamme für die Revolution und, ja, Jakobinerdiktatur und Guillotine, muss man in Kauf nehmen für die Ideale. Ferdinand hat sich von Letzteren längst verabschiedet. Für ihn zählt Thereses Zuneigung. Auch Therese ist längt nicht mehr revolutionär. Ferdinand gibt ihr Sicherheit, ist - auch als Mann und Ersatzvater für die Kinder - immer für sie da und bietet inzwischen eine gesicherte Existenz. Georg allerdings hat etwas, das Ferdinand gänzlich abgeht: Charisma und Leidenschaft, denen sich auch Therese nicht entziehen kann
Treffen in Travers 3
Klärchen Forster (Lucie Gebhardt) und Röschen Forster (Susanne Bormann).
Treffen in Travers 5
Georg Forster (Herrmann Beyer) mit seinen Kindern Klärchen (Lucie Gebhardt) und Röschen (Susanne Bormann).
Georg ist seinen Kinder durchaus auch ein liebevoller und ideenreicher Vater - wenn er denn da ist.
Treffen in Travers 6
Klärchen Forster (Lucie Gebhardt), Ferdinand Huber (Uwe Kockisch) und Röschen Forster (Susanne Bormann).
Doch auch Ferdinand weiß mit den Kindern umzugehen. Für ihn ist die kleine Familie inzwischen die Welt geworden - zumal Georg mit seinem Weggang jedes Anrecht verwirkt hat - oder nicht?


 
Treffen in Travers 7
Therese Forster (Corinna Harfouch) und Georg Forster (Herrmann Beyer) in der Anwaltskanzlei.  
Inzwischen sind Therese und Georg zum Richter in die Stadt gefahren. Der sieht zunächst die eingereichten Papiere durch: Geburtsurkunden, Eheurkunden, Geburtsurkunden der Kinder...  Was fehlt ist der Scheidungsantrag. Therese murmelt zunächst etwas von "vergessen", doch schnell wird klar, dass weder sie noch Georg die Scheidung eigentlich will. Da kann dann auch der Scheidungsrichter nichts ausrichten, und beide fahren unverrichteter Dinge  - und man hat fast den Eindruck erleichtert - wieder in die Herberge zurück.



 
Treffen in Travers 8
Georg Forster (Herrmann Beyer) mit seiner Frau Therese (Corinna Harfouch).
Dies jedoch nicht, ohne vorher einen Zwischenhalt einzulegen. Noch sind einige Kleinigkeiten zu klären: Zunächst muss jemand Ferdinand die Botschaft übermitteln. Die größere Frage ist aber: Wie überhaupt weiter? Forster sieht seine Zukunft nach wie vor in Paris, wenn es sein muss sogar zu dritt. Therese allerdings will ihm um keinen Preis folgen.

 
Treffen in Travers 9
Georg Forster (Herrmann Beyer) und Therese Forster (Corinna Harfouch).
So hofft Therese, Georg doch noch zum Umdenken zu bewegen,wozu sie auch ihre weiblichen Mittel gezielt einsetzt, denen Georg nicht wiederstehen kann.




 
Treffen in Travers 10
Therese Forster (Corinna Harfouch) und  Georg Forster (Herrmann Beyer).
Doch Georg möchte, nein er muss nach Paris. Dort ist sein Platz als Revolutionär. Wird ihm Therese doch noch folgen?







 

Screenshots mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung der Absolut Medien GmbH.

Presse

Treffen in Travers war als Beitrag der DDR zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution konzipiert, ist darüber hinaus aber im Kontext der späten DDR zu sehen. Auf jeden Fall wurde der Film von der Kritik einhellig positiv aufgenommen. Hier einige Pressestimmen.

Fred Gehler schreibt im Sonntag:
Travers – der Glücksfall eines Gleichnisses. Ein Erlebnis. Das Wie der Vermittlung macht das Erlebnis komplett. Das Buch balanciert geschickt die privaten und öffentlichen Elemente des vieldeutbaren Sujets, sortiert nicht die Verwicklungen und Verwirrungen, sondern macht, einen Knoten daraus. Man gibt dem Melodram, was des Melodrams ist, und beschneidet doch nie die Ansätze zum weiteren Assoziieren.  (Gesamte Rezension bei filmportal.de)

Klaus Wischnewski urteilt in Film und Fernsehen:
Ein kluger Film, durchdacht, gegliedert, gebaut... Der Szenarist Thomas Knauf hat das Glücksgefühl des Autors ausgesprochen, der sein Gedachtes und Geschriebenes ganz auf der Leinwand verwirklicht sieht...Das alles vorausgesetzt, ist das ein Schau-Spiel; ein Schauspielerfilm, mit Schauspielern, die einander kennen und schätzen, einem Regisseur, der weiß, was Schau-Spielen heißt, was bei Filmregie durchaus nicht selbstverständlich ist! (Gesamte Rezension bei filmportal.de)

Jörg Becker meint in ray:
Die späte DDR konnte bereits einen Helden akzeptieren, der offenbar daran leidet, dass die geliebte Familie ihm nicht die Welt bedeuten kann, und der das Glück des Einzelnen, das eigene inbegriffen, immer dem Kampf für die Freiheit aller opfern würde, sollte der auch wie ein Orkan wüten.


Als Zuschauer gesehen

Der Zuschauer gibt ganz unverblümt zu sich zu freuen, dass mit Absolut Medien endlich ein Verlag den ersten Film mit Susanne Bormann auf DVD verlegt hat. Beim Dreh war sie ganze neun Jahre alt und zuvor bei einem Schulcasting ausgewählt worden. Fans werden die DVD schon daher gern in ihre Sammlung aufnehmen.

Darüber hinaus ist der Film aber auch sonst sehr sehenswert. Er versteht es geschickt und völlig unplakativ den Hintergrund der Französischen Revolution mit einer Liebesgeschichte zu verquicken. Letzte steht klar im Vordergrund, es ist eine klassische Dreieckskonstellation, die hier kulminiert. Der Hintergrund ist historisch verbürgt, zumindest über die Vor- und Nachgeschichte gibt es Aufzeichnungen, darüber, was sich an den drei Tagen in Travers zugetragen hat, merkwürdigerweise aber nicht - und das, obwohl alle drei Protagonisten Schriftsteller waren!

Der Film lebt  von den Darstellern. Michael Gwisdeck, als Schauspieler schon damals erfolgreich, hat mit Treffen in Travers ein hervorragendes Regiedebüt geboten. Durch die Beschränkung auf wenige  Figuren wirkt der Film unheimlich intensiv und muss von den Hauptdarstellern und ihrem intensiven Spiel getragen werden. Es ist einfach eine Freude, Herrmann Beyer, Corinna Harfouch und Uwe Kockisch zuzuschauen. Da stimmt jedes Minenspiel, jede Geste - und zwar nicht nur in Szenen exzessiver Auseinandersetzung, sondern auch oder gerade dort, wo sie ganz spärlich zum Einsatz kommen, wo  kleine Nuancen im Gesichtsausdruck reden. Alle anderen Personen sind dem Dreierensemble untergeordnet. Dies betrifft auch die von Suanne Bormann und Lucie Gebhardt gespielten Kinder, die insofern aber wichtig sind, als das Verhältnis des Vaters bzw. des Stiefvaters-in-spe zu ihnen reflektiert wird.

Absolut Medien hat die DVD in der gewohnt guten Qualität herausgebracht. Ein Trailer liegt bei den Extras leider nicht bei, dafür aber ein 20-minütiger sehr empfehlenswerter Bonusfilm mit Michael Gwisdeck rund um die Entstehung und die Dreharbeiten.

Fazit: Eine eine ganz klare Empfehlung.


Seitentitelbild: Absolut Medien GmbH, mit freundlicher Genehmigung

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