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Tatort: Schön ist anders

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Regie: Judith Kennel (2010)

Darsteller: Simone Thomalla (Hauptkommissarin Eva Saalfeld), Martin Wuttke (Hauptkommissar Andreas Keppler), Jule Böwe (Moni Fischer), Martin Brambach (Uwe Fischer), Corinna Harfouch (Sabine Korsack), Christian Maria Goebel (Jörg Korsack), Mandy Wachowiak (Susanne Bormann)  u.a.

IMDB OFDb

Erstausstrahlung: 12. Dezember 2010, 20.15 Uhr Das Erste

Inhalt

Polizisten finden auf einer Baustelle ein verlassenes und demoliertes Fahrzeug. Dabei machen sie eine grausige Entdeckung: Im Kofferraum des Autos liegt eine Leiche. Die herbeigerufenen Hauptkommissare Eva Saalfeld und Andreas Keppler ermitteln, dass es sich bei dem Toten um Jörg Korsack handelt, den Personalleiter der Städtischen Verkehrsbetriebe. Er ist brutal erschlagen worden. Nun beginnt die Suche nach dem Mörder. Saalfeld und Keppler durchforsten das berufliche und private Umfeld des Opfers. (mdr)


Susanne Bormann als Mandy Wachowiak im Tatort: Schön ist anders

Betriebsfest bei den Leipziger Verkehrsbetrieben. Die Kamera wirft einen Blick auf den Personalleiter Jörg Korsack (Christian Maria Göbel) mit seiner Geliebten, der Straßenbahnfahrerin Mandy Wachowik (Susanne Bormann) beim schnellen Sex. Der siebzehnjährige Tobias Fischer (Philipp Gerstner), wie seine Eltern bei den Verkehrsbetrieben beschäftigt, sieht die Szene und rastet aus: Er ist selbst - chancenlos - in Mandy verliebt und geht auf Korsack los.

Am nächsten Tag ist Korsack tot.
Susanne Bormann - Tatort: Schön ist anders 2
Susanne Bormann im Tatort: Schön ist anders.
© MDR/ Steffen Junghans
Er wird im Kofferraum eines Autos gefunden. Die Ermittler Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) stellen schnell fest, dass der Wagen Tobias Vater gehört. Allerdings können sie Tobias nicht vernehmen: Er liegt mit einer schweren  Alkoholvergiftung auf der Intensivstation. Der Besuch bei den  Eltern offenbar bald ein schwieriges Umfeld: Thomas Mutter Moni (Jule Böwe) ist alkoholabhängig, aber vielleicht ist das gar nicht das einzige ist, was ihr Mann Uwe (Martin Brambach) den Ermittlern zu verbergen versucht.

Noch schwieriger wird das Beziehungsgeflecht, als die Ermittler Korsacks Stellvertreter Siggi Mertens (Peter Kurth) befragen. Wie er sagt, hatte Moni von Korsack gerade die dritte Abmahnung erhalten. Für ihn war das nicht akzeptabel, denn Moni ist krank, und Hartz IV wäre sicher keine Perspektive für sie. Überhaupt war Korsack, wie Mertens feststellt, eher unbeliebt im Betrieb. Er war aus dem Westen gekommen und hätte keine guten Beziehungen zu den Mitarbeitern herstellen können.

Wieder Szenenwechsel: Die Ermittler wollen mehr über Korsacks Geliebte Mandy erfahren. Als Keppler an einer Wendeschleife Mandy in ein Gespräch verwickelt und ihr mitteilt, dass Korsack tot ist, gerät sie außer sich und schlägt auf ihn ein. Was er bisher nicht wusste: Mandy erwartet ein Kind von Korsack, und er hatte ihr fest zugesagt, sich wegen ihr scheiden zu lassen.

Korsacks Frau Sabine (Corinna Harfouch) bestreitet das allerdings vehement. Ihr Mann hatte schon zahlreiche Verhältnisse mit jüngeren Geliebten, und er wisse sehr wohl, weshalb er sich nie würde scheiden lassen. Schnell wird klar, dass Korsacks Ehe nur noch eine leere Hülle war: "Schön ist anders", wie Sabine den Ermittlern sagt.

 
Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung des mdr.


Pressestimmen

Die Tatort-Reihe gehört zu den bekanntesten deutschen Krimireihen, sodass auch Schön ist anders in der Presse stark beachtet wurde.

Die Märkische Allgemeine spendet Lob für Handlung wie Schauspieler: Liebe und Verrat, Alkohol- und Eifersucht, obendrein der Beziehungsstress unserer Sachsen-Cops samt Sex-Askese. Das lechzte nach einer geschickten Dramaturgie ... Genau das gelingt Regisseurin Judith Kennel bei ihrem „Tatort“-Debüt wunderbar. Denn sie versteht es nicht nur, die innere Logik der Handlung stimmig zu entwickeln, sondern auch, die hochkarätige Besetzung für ihre Figuren optimal einzustellen.

Das medienportal meedia soll hier stellvertretend mit seinem Lob für die treffende Milieuschilderung im Umfeld der Alkoholkrankheit erwähnt werden: Insbesondere die Darsteller des Ehepaares Fischer, Jule Böwe und Martin Brambach machen "Schön ist anders" zu einem sehenswerten Film. Die beklemmende Tristesse in der Familie Fischer, mit der alkoholkranken Frau, dem völlig überforderten Ehemann, dem 17-jährigen Sohn, der sich halb tot säuft und der kleinen Tochter, die alles mit ansehen muss, ist so eindrucksvoll, dass sie den Zuschauer auch nach Ende des Films nicht loslässt.

Nicht unerwähnt bleiben soll ein Blog, der besonders von Susanne Bormann beeindruckt war, dessen Rezension aber auch sonst lesenswert ist: Susanne Bormann spielte ihre Nebenbuhlerin Mandy Wachowiak ... Sie hatte ihre stärkste Szene, als Kommissar Keppler Mandy kühl mit der Nachricht konfrontierte, dass ihr väterlicher Freund, den sie wirklich geliebt hatte, tot war: "Ach, haben Sie das noch nicht gewusst?" Bormann starrte ihn einen Moment an, und dann... eine solch spontane Explosion von wütender Verzweiflung, mit der die schmale Mandy von einem Moment zum anderen über den einen Kopf größeren Keppler herfiel und ihn förmlich aus dem Straßenbahnwagen prügelte, habe ich selten in einem Film gesehen. Eigentlich noch nie.

Von den eher kritischen Stimmen, die es ebenfalls gab, soll hier die Frankfurter Rundschau erwähnt werden: Kathrin Bühlig (Buch) und Judith Kennel (Regie) tun sich schwer damit, die großen Themen, die hochkarätige Besetzung und die mühsam verkomplizierte und doch früh offenkundige Kriminalhandlung plausibel zusammenzubringen. Die Art, wie etwa Corinna Harfouch wieder aus der Handlung verschwindet – wenn man das so nennen darf –, und wie sie Susanne Bormann als Mandy, die letzte Geliebte des Gemordeten, mitnimmt, grenzt schon an dramaturgische Hilflosigkeit.

Wer noch etwas mehr lesen möchte, kann bei Freitag.de vorbeischauen.
 

Seitentitelbild: © MDR/Steffen Junghans

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