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Romeo und Julia, Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Sommer 2007, Bilder und Texte von der Aufführung

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William Shakespeare: Romeo und Julia

Regie: Rosee Riggs

Besetzung: Susanne Bormann (Julia), Tobias Voigt (Romeo), Saskia von Winterfeld (Amme), Andre Kudella (Bruder Lorenzo), Jannek Petri (Tybalt), Andreas Sindermann (Mercutio), Björn-Ole Blunck (Graf Paris), Jannik Büddig (Benvolio), Julia Amme (Gräfin Capulet), Maximilian Löser-Hügel (Graf Capulet), Werner Koller (Graf Montague), u.a

Neben dieser gibt es eine weitere Seite zu Romeo und Julia 2007: Von der Leseprobe zur Premiere


Inhalt

Romeo Montague und Julia Capulet verlieben sich ineinander und sie glauben, alle Widerstände überwinden zu können. Denn die abgrundtiefe Feindschaft ihrer Familien verbietet diese Liebe und Julia soll den Grafen Paris heiraten. Doch Romeo und Julia können nicht voneinander lassen und so sehen sie nur einen Ausweg, der ihrer Liebe eine Zukunft gibt: den Tod.

Shakespeares schönstes Theaterstück, die berühmteste Liebesgeschichte der Welt, auf der Großen Treppe von St. Michael! (Freilichtspiele Schwäbisch Hall)

Susanne Bormann als Julia in Romeo und Julia (2007)

 

CHOR
Zwei Häuser, beid in Ansehn gleich, im schönen
Verona, unserm Schauplatz, feindlich wecken
Verjährten Hass in stolzgemuten Söhnen,
Die ihre Hand mit Bürgerblut beflecken.
Aus den beiden Feindeshäusern sehn wir sprießen
Ein liebend Paar, das glühend sich erstrebt,
Um sternlos jung sein Leben zu beschließen...

* * * * * * * * * * * * * * * * * *

 

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 1 Susanne Bormann
© Jürgen Weller
ROMEO
Wer ist das Fräulein, welche dort den Ritter
Mit ihrer Hand beehrt?

DER BEDIENSTETE
Ich weiß nicht, Herr.

ROMEO
Oh, sie nur lehrt die Kerzen, hell zu glühn!
Wie in dem Ohr des Mohren ein Rubin,
So hängt der Holden Schönheit an den Wangen
Der Nacht; zu hoch, zu himmlisch dem Verlangen.
(Bild 1: I. Aufzug, 5. Szene)

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 2 Susanne Bormann, Tobias Voigt
© Jürgen Weller


ROMEO
So reg dich, Holde, nicht, wie Heil'ge pflegen,
Derweil mein Mund dir nimmt, was er erfleht.
Nun hat dein Mund ihn aller Sünd entbunden.

JULIA
So hat mein Mund zum Lohn sie für die Gunst?

ROMEO
Zum Lohn die Sünd? O Vorwurf, süß erfunden!
Gebt sie zurück.

JULIA
Ihr küsst recht nach der Kunst.
(Bild 2: I. Aufzug, 5. Szene)


Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 3
© Jürgen Weller
JULIA
Drei Worte, Romeo; dann gute Nacht!!
Wenn deine Liebe tugendsam gesinnt,
Vermählung wünscht, so lass mich morgen wissen
Durch jemand, den ich zu dir senden will,
Wo du und wann die Trauung willst vollziehn.
Dann leg ich dir mein ganzes Glück zu Füßen
Und folge durch die Welt dir als Gebieter.
(Bild 3: II. Aufzug, 3. Szene)

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 4 Susanne Bormann, Saskia von Winterfeld
© Jürgen Weller

JULIA
Wie außer Atem, wenn du Atem hast,
Um mir zu sagen, dass du keinen hast?
Der Vorwand deines Zögerns währt ja länger
Als der Bericht, den du dadurch verzögerst.
Gib Antwort, bringst du Gutes oder Böses?
Nur das, so wart ich auf das Nähre gern
Beruh'ge mich! Ist's Gutes oder Böses?

WÄRTERIN
Ei, Ihr habt mit eine recht einfältige Wahl getroffen;
Ihr versteht euch einen Mann auszulesen!
Romeo - ja, das ist der Rechte!
(Bild 4: II. Aufzug. 5. Szene)

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 5 © Jürgen Weller, Freilichtspiele Schwäbisch Hall
ROMEO
Am Leben! siegreich! und mein Freund erschlagen!
Nun flieh gen Himmel, schonungsreiche Milde!
Entflammte Wut, sei meine Führerin!
Nun, Tybalt, nimm den Schurken wieder, den du
Mir eben gabst! Der Geist Mercutios
Schwebt nah noch hoch über unsern Häuptern hin
Und harrt, dass deiner sich ihm zugeselle.
Du oder ich! sonst folgen wir ihm beide.

TYBALT
Elendes Kind! hier hieltest du's mit ihm
Und sollst mit ihm von hinnen.
(Bild 5: III. Aufzug, 1. Szene)

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 6 © Jürgen Weller, Freilichtspiele Schwäbisch Hall
PRINZ
Wer durfte freventlich hier Streit erregen?

BENVOLIO
O edler Fürst, ich kann verkünden, recht
Nach seinem Hergang, dies unselige Gefecht.
Der deinen wackern Freund Mercutio
Erschlagen, liegt hier tot, entleibt vom Romeo.
(Bild 6: III. Aufzug, 1. Szene)


Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 8 Susanne Bormann
© Jürgen Weller
WÄRTERIN
Ich sah die Wunde, meine Augen sahen sie -
Gott helf ihm! - hier auf seiner tapfern Brust;
Die blut'ge Leiche, jämmerlich und blutig,
Bleich, bleich wie Asche, ganz mit Blut besudelt -
Ganz starres Blut - weg schwiemt ich, da ich's sah.

JULIA
O brich, mein Herz! verarmt auf einmal, brich!
Ihr Augen, ins Gefängnis! Blicket nie
Zur Freiheit wieder auf! Elende Erde, kehre
Zur Erde wieder! Pulsschlag, hemme dich!
Ein Sarg empfange Romeo und mich!
(Bild 7: III. Aufzug, 2. Szene)

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 9 Susanne Bormann, Tobias Voigt
© Jürgen Weller

JULIA
Willst du schon gehn? Der Tag ist ja noch fern.
Es war die Nachtigall und nicht die Lerche,
Die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang;
Sie singt des Nachts auf dem Granatbaum dort.
Glaub, Lieber, mir; es war die Nachtigall.

ROMEO
Die Lerche war's, die Tagverkünderin,
Nicht Philomele; sieh den neid'schen Streif,
Der dort im Ost der Frühe Wolken säumt.
Die Nacht hat ihre Kerzen ausgebrannt,
Der muntre Tag erklimmt die dunst'gen Höhn;
Nur Eile rettet mich, Verzug ist Tod.
(Bild 8: III. Aufzug, 5. Szene)

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 10
© Jürgen Weller, Freilichtspiele Schwäbisch Hall
 
JULIA
Es tagt! Auf! eile! fort von hier!
Es ist die Lerche, die so heiser singt
Und falsche Weisen, rauen Misston gurgelt.
Man sagt, der Lerche Harmonie sei süß;
Nicht diese: sie zerreißt die unsre ja.
(Bild 9: III. Aufzug, 5. Szene)
Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 11 © Jürgen Weller, Freilichtspiele Schwäbisch Hall

JULIA
Tag, schein herein! und, Leben, flieh hinaus!

ROMEO
Ich steig hinab: lass dich noch einmal küssen.

JULIA
Freund! Gatte! Trauter! bist du mir entrissen?
Gib Nachricht jeden Tag zu jeder Stunde;
Schon die Minut enthält der Tage viel.
Ach, so zu rechnen, bin ich hoch in Jahren,
Eh meinen Romeo ich wiederseh.
(Bild 10: III. Aufzug, 5. Szene)

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 12 Susanne Bormann, Saskia von Winterfeld
© Jürgen Weller
WÄRTERIN
Gott im Himmel segne sie!
Eur Gnaden tut nicht wohl, sie so zu schelten.

CAPULET
Warum, Frau Weisheit? Haltet Euren Mund,
Prophetin! schnattert mit Gevatterinnen!
(Bild 11: III. Aufzug, 5. Szene)

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 13 Susanne Bormann
© Jürgen Weller, Freilichtspiele Schwäbisch Hall

JULIA
Lebt wohl! - Gott weiß, wann wir uns wiedersehn.
Kalt rieselt matter Schauer durch meine Adern,
Der fast die Lebenswärm erstarren macht.
Ich will zurück sie rufen mir zum Trost. -
Amme! - Doch was soll sie hier? -
Mein düstres Spiel muss ich allein vollenden.
Komm du, mein Kelch! -.
Doch wie?, wenn dieser Trunk nun gar nichts wirkte,
Würd ich dem Grafen morgen dann vermählt?
Nein, nein! dies soll's verwehren. - Lieg du hier. -
...
(Bild 12: IV. Aufzug, 3. Szene)

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 14
© Jürgen Weller
JULIA
...
O wach ich auf, werd ich nicht rasend werden,
Umringt von all den greuelvollen Schrecken,
Und soll mit meiner Väter Gliedern spielen?
Und Tybalt aus dem Leichentuche zerren?
Und in der Wut mit eines großen Ahnherrn
Gebein zerschlagen mein zerrüttet Hirn?
O seht! mich dünkt, ich sehe Tybalts Geist!
Er späht nach Romeo, der seinen Leib
Auf einen Degen spießte- Halt, halt, Tybalt! -
Ich komme, Romeo! Dies trink ich dir.
(Bild 13: IV. Aufzug, 4. Szene)

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 15 © Jürgen Weller, Freilichtspiele Schwäbisch Hall
PARIS
Hab ich nach dieses Morgens Licht geschmachtet,
Und bietet es mir solchen Anblick dar?

GRÄFIN CAPULET
Unsel'ger, verhasster, schwarzer Tag!
Der Stunden jammervollste, so die Zeit
Seit ihrer langen Pilgerschaft gesehn,
Nur eins, ein einzig armes, liebes Kind,
Ein Wesen nur, mich dran zu freun, zu laben;
Und grausam riss es mir der Tod hinweg.
(Bild 14: IV. Aufzug, 5. Szene)

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 16 Tobias Voigt, Susanne Bormann
© Jürgen Weller, Freilichtspiele Schwäbisch Hall
ROMEO
...
Vergib mir, Vetter! - Liebe Julia,
Warum bist du so schön noch? Soll ich glauben,
Der körperlose Tod entbrenn in Liebe
Und der verhasste, hagre Unhold halte
Als sein Buhle hier im Dunkel dich?
Aus Furcht davor will ich dich nie verlassen
Und will aus diesem Palast dunkler Nacht
Nie wieder weichen. Hier, hier will ich bleiben
Mit Würmern, so dir Dienerinnen sind.
(Bild 15: V. Aufzug, 3. Szene)



Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 17
© Jürgen Weller
JULIA
Geh nur, entweich! denn ich will nicht von hinnen. -
Was ist das hier? Ein Becher, festgeklemmt
In meines Trauten Hand? Gift, seh ich, war
Sein Ende vor der Zeit! - O Böser! alles
Zu trinken, keinen güt'gen Tropfen mir
Zu gönnen, der mich zu dir brächt? - Ich will
Dir deine Lippen küssen. Ach, vielleicht
Hängt noch ein wenig Gift daran und lässt mich
An deiner Labung sterben. Deine Lippen
Sind warm. -
(Bild 16: V. Aufzug, 3 Szene)

Susanne Bormann in Romeo und Julia- Schwäbisch Hall 18 
© Jürgen Weller, Freilichtspiele Schwäbisch Hall
JULIA
Wie! Lärm? - dann schnell nur.
      O willkommner Dolch!
Dies werde deine Scheide. Roste da,
Und lass mich sterben.
(Bild 17: V. Aufzug, 3. Szene)

* * * * * * * * * * * * * * * * * *

PRINZ
Nur düstern Frieden bringt uns dieser Morgen;
Die Sonne scheint, verhüllt vor Weh, zu weilen.
Kommt, offenbart mir ferner, was verborgen:
Ich will dann strafen oder Gnad erteilen;
Denn niemals gabt es ein so herbes Los
Wie Juliens und ihres Romeos.



Die Texte sind entnommen: William Shakespeare: Romeo und Julia, Goldmann-Verlag 1999 (deutsche Textfassung A.W.Schlegel). Alle Bilder wurden fotografiert vom Fotografen der Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Herrn Jürgen Weller. Mit Klick kann jeweils eine große Version der Bilder angezeigt werden. Die Zuordnung von Text und Bild folgt den angegebenen Aufzügen und Szenen, ist aber nicht immer "lippensynchron".

Herzlichen Dank an das KBB der Freilichtspiele Schwäbisch Hall und an Herrn Weller für die Bildrechte sowie an den Goldmann-Verlag für die Textrechte.



Seitentitelbild:
© Jürgen Weller

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