William Shakespeare: Romeo und Julia
Regie: Rosee RiggsBesetzung: Susanne Bormann (Julia) Oliver Urbanski (Romeo), Saskia von Winterfeld (Amme), Andre Kudella (Bruder Lorenzo), Jannek Petri (Tybalt), Andreas Sindermann (Mercutio), Björn-Ole Blunck (Graf Paris), Jannik Büddig (Benvolio), Julia Amme (Gräfin Capulet), Erol Ünsalan (Graf Capulet), Werner Koller (Graf Montague), u.a.
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Spielplan der Freilichtspiele 2008
Zu den Pressefotos von der Aufführung
Zu den Impressionen von der Premiere am 27. Juni
Zur Rezension im Haller Tagblatt
Zur Rezension im Hohenloher Tagblatt Crailsheim
Zu Romeo und Julia - Bilder und Texte von der Aufführung 2007
Inhalt
Romeo Montague und Julia Capulet verlieben sich ineinander und sie glauben, alle Widerstände überwinden zu können. Denn die abgrundtiefe Feindschaft ihrer Familien verbietet diese Liebe und Julia soll den Grafen Paris heiraten. Doch Romeo und Julia können nicht voneinander lassen und so sehen sie nur einen Ausweg, der ihrer Liebe eine Zukunft gibt: den Tod.Shakespeares schönstes Theaterstück, die berühmteste Liebesgeschichte der Welt, auf der Großen Treppe von St. Michael! (Freilichtspiele Schwäbisch Hall)
Susanne Bormann als Julia in Romeo und Julia (2008)

Zwei Häuser, beid in Ansehn gleich, im schönen
Verona, unserm Schauplatz, feindlich wecken
Verjährten Hass in stolzgemuten Söhnen
(Oliver Urbanski, Susanne Bormann) |

O zahme, schimpfliche, verhasste Demut!
Die Kunst des
Raufens trägt den Sieg davon
(Oliver Urbanski, Andreas Sindermann)

Willst du schon gehn? Der Tag ist ja noch fern.
Es
war die Nachtigall und nicht die Lerche,
Die eben
jetzt dein banges Ohr durchdrang;
(Susanne Bormann, Oliver Urbanski)
© Für alle Pressefotos: Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Jürgen Weller, Fotografie. Herzlichen Dank an die Freilichtspiele Schwäbisch Hall. Große Version jeweils mit Klick auf das Bild.
© Für die Textauszüge: William Shakespeare: Romeo und Julia, Goldmann-Verlag 1999 (deutsche Textfassung A.W.Schlegel). Mit herzlichem Dank an den Goldmann-Verlag.
Impressionen von der Premiere am 27. Juni
Die Inszenierung ist erwartungsgemäß ähnlich wie im Vorjahr. Das ist völlig in Ordnung, denn das Stück war ja erfolgreich. Und dennoch ist manches anders.So stand der Romeo vom vergangenen Jahr, Tobias Voigt, nicht mehr zur Verfügung. Oliver Urbanski, der die Rolle in diesem Jahr übernommen hat, ist schon von der Physiognomie her ein ganz anderer Typ. Dem hat Rosee Riggs mit dem Kostüm klug Rechnung getragen. An die Stelle des gewinnenden Draufgängers mit Motorradbrille ist der ernste - an manchen Stellen aus meiner Sicht vielleicht auch einen Tick zu ernste - Oliver Urbanski in seriösem schwarz/weiß getreten. Dass er die Rolle vergleichsweise kurz geprobt hat, merkt man überhaupt nicht; das Zusammenspiel mit dem Ensemble, auch in den schwierigen Fechtszenen und vor allem auch mit seiner Partnerin Susanne Bormann, funktioniert einwandfrei. Dies trifft übrigens auch auf Erol Ünsalan zu, der Maximilian Löser-Hügel sehr kurzfristig als Graf Capulet ersetzt hat und sich die Rolle in nur fünf Tagen angeeignet hat - wobei naturgemäß auch er in Nuancen anders wirkt.
Und Susanne Bormann? Sie ist ganz rasch von der Nicolette aus Bella Block wieder zur Julia geworden und spielt sie genauso intensiv und ausdrucksstark wie im vergangenen Jahr. Keine Unsicherheit, aber auch keine leere Routine - sie versteht es auch dieses Jahr wieder, den Zuschauer in ihr Hoffen, Bangen und Leiden einzubeziehen. Köstlich, wie sie die Amme ausquetscht, die sie nach dem Treffen mit Romeo auf die Folter spannt. Faszinierend, wie sie die Vision entwirft, in der Gruft im Wahn mit den Gebeinen ihrer Vorfahren zu spielen.
Wer das Stück schon im Vorjahr gesehen hat, wird manche Details feststellen, die ihm zusätzlichen Pfiff verleihen. Die wutentbrannt mit Steinen aufeinander einwerfenden Motagues und Capulets, Julia bei der Liebeszene mit Romeo im Unterkleidchen u.a. Besonders gut angekommen sind auch wieder die von Rosee Riggs toll umgesetzten komödiantischen Einlagen, etwa um die Amme (Saskia von Winterfeld) und Mercutio (Andreas Sindermann).
Geschätzte 300 Zuschauer bei gutem Wetter waren allerdings doch recht wenig. Bevor man an Mängel der Inszenierung (im Vorjahr erfolgreich!) oder mangelhafte Schauspieler (welcher Auswärtige weiß überhaupt von den Umbesetzungen?) denkt, gibt es m.E. plausiblere Erklärungen: Zum einen ist die Anzahl der Romeo- und Julia-Inszenierungen in diesem Sommer Legion: Bad Hersfeld, Siegburg, Rudolstadt... Zum anderen hat mancher den Besuch vielleicht schon langfristig nach die Fußball-EM gelegt. Dafür würde sprechen, dass allein im Vorverkauf für alle elf Vorstellungen schon fast 5000 Karten abgesetzt wurden. Von den Zuschauern, die gekommen waren, gab es jedenfalls verdienten und herzlichen Beifall (MB, 29.6.).
Romeo und Julia wird bei den freilichtspielen Schwäbisch Hall in drei Blöcken bis zum 8. August gespielt. Die Termine stehen im Kalender. Karten gibt es hier.
Rezension im Haller Tagblatt
Im Haller Tagblatt ist am 30.06. eine sehr schöne Rezension von Monika Everling mit einem besonderen Lob für Susanne Bormann erschienen:
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| Reizend lachen
und zornig brüllen Wiederaufnahme von "Romeo und Julia" bei den Freilichtspielen Hall zeigt ein hervorragendes Ensemble |
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| "Warum spielt man dieses Stück heute überhaupt noch?", fragt ein Zuschauer nach der Premiere von "Romeo und Julia" bei den Freilichtspielen. Seine Begleiterin ist fassungslos: "Das ist doch aktuell!" MONIKA EVERLING Schwäbisch Hall Ja, so wie Rosee Riggs das Shakespeare-Drama auf der Großen Treppe vor St. Michael in Schwäbisch Hall inszeniert, hat das Stück wirklich eine sehr hohe Aktualität: Da zanken sich ein paar Jungs auf der Straße - aus Langeweile und um ihr Ansehen aufzumöbeln. Und auf einmal ist einer davon tot. Das fordert Rache; es wird noch viele Opfer geben, bevor die Vernunft siegt. Und wer weiß, wie lange die Waffenruhe dann hält. Auch an den Nebenschauplätzen lauert Aktualität: Als Romeo sich Gift für seinen Freitod kauft, sagt er, das Gold, das er dafür bezahlt, sei "ein schlimmres Gift", das in der Welt "mehr Mord verübt als diese armen Tränkchen". Und kaum hat der Apotheker das Gold empfangen, wird er schon von irgendeinem dahergelaufenen Dieb erschlagen. Die Liebesgeschichte zwischen Romeo und Julia wirkt daneben naiv; aber so ist es nun mal, wenn eine knapp Vierzehnjährige sich Hals über Kopf verliebt. Die Haller Interpretation des Stoffs profitiert einmal mehr von der phänomenalen Kulisse der Treppe. Den allergrößten Anteil an der Faszination, die von der Aufführung ausgeht, haben aber die hervorragenden Schauspieler, allen voran Susanne Bormann als Julia. Es ist nahezu unglaublich, wie gut es ihr gelingt, die Stimmungslagen des jungen Mädchens darzustellen. Sie ist mal ein ganz verspieltes, übermütiges Kind, mal eine verzweifelte, sich von aller Welt allein gelassen fühlende Jugendliche, mal eine mutige, entschlossene Frau. Susanne Bormann kann reizend lachen und zornig brüllen. Sie scheint in der Rolle zu leben, das steckt an: Man fiebert mit dieser Julia, man leidet mit ihr, man bewundert ihre Kraft. Eine fast ebenso große Ausstrahlung hat Saskia von Winterfeld als Julias trampelhafte, bauernschlaue Amme. Sie hat großen Anteil an den komödienhaften, deftig-volkstümlichen Elementen, die Rosee Riggs zu Beginn sehr großzügig, später sparsamer einstreut. Darin ist Saskia von Winterfelds Amme oft grobschlächtig, doch im Umgang mit Julia kann sie auch sehr zart sein. Oliver Urbanski scheint sich in die Rolle des Romeo erst noch einfinden zu müssen. Zu Beginn wirkt er charakterschwach - doch das ändert sich. Urbanskis Darstellungskunst steigert sich im Lauf des Abends. So beeindruckt er nicht nur mit seinem unendlich lang erscheinenden Klimmzug, der das Publikum weit mehr zum Raunen bringt als der innige Kuss, den Romeo und Julia sich dabei geben, sondern auch mit seiner Sicherheit, mit der er sich auf der Treppe bewegt, und letztlich mit Glaubwürdigkeit. Ihm mindestens ebenbürtig in der Bühnenpräsenz und Überzeugungskraft sowie der Fechtkunst sind Jannik Büddig und Andreas Sindermann als Romeos Freunde Benvolio und Mercutio sowie Jannek Petri als ihr Gegner Tybalt. Auch Björn-Ole Blunck gefällt in der Rolle des glücklosen Grafen Paris, der Julia umwirbt und hilflos ihren Tod erleben muss. Die Schauspielerin Julia Amme spielt die unglückliche Gräfin Capulet, die um den toten Neffen Tybalt trauert wie um einen Geliebten und sich in den Alkohol flüchtet. Ihr Gatte, Julias Vater, wird dargestellt von Erol Ünsalan, der ganz kurzfristig für den verletzten Maximilian Löser-Hügel einsprang. Erol Ünsalan fügt sich ausgezeichnet in das überzeugende Ensemble ein, nur seine Schritte auf der Treppe sind bei der Premiere noch etwas unsicherer als die der Kollegen. Nicht zuletzt ist Andre Kudella als Bruder Lorenzo zu erwähnen. Lorenzo ist ein Ränkeschmieder; er ist es, der immer wieder die Handlung vorantreibt. In seinem Monolog über Fluch und Segen der Heilkräuter wirkt Kudella dozierend, doch in seinem Zorn über Romeos Treulosigkeit ist er lebensecht. Sparsam, aber sehr effektvoll setzt die Inszenierung Musik (musikalische Leitung: Michael Kessler), Ausstattung (Bühne: Thomas Lorenz-Herting; Kostüme: Isabel Kork) und Lichteffekte ein. So ist das Publikum nach fast drei Stunden Aufführung zu kräftigem Beifall bereit. Und die Aktualität des Stücks werden nur wenige der Premierengäste in Frage stellen. |
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| Erscheinungsdatum: Montag 30.06.2008 Quelle: http://www.hallertagblatt.de/ HALLER TAGBLATT online - Copyright 2008 Zeitungsverlag Schwäbisch Hall GmbH Alle Rechte vorbehalten! Hier die Rezension als pdf-Datei zum Download. Weiterhin bietet das Haller Tagblatt auch dieses Jahr wieder einige Zeit eine frei zugängliche Bildergalerie mit Fotos von Ufuk Arslan an. Herzlichen Dank an das Haller Tagblatt für die Genehmigung der Rezension für Susanne-Bormann.info. |
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Eine
weitere, von Ralf Snurawa verfasste Rezension zu Romeo und
Julia unter dem Titel "Gewalttäter wider Willen" in
Schwäbisch Hall ist am 11.7 im Hohenloher Tagblatt
Crailsheim erschienen. Sie kann mit Klick auf das Bild
oder
hier als .pdf-Datei heruntergeladen werden.Herzlichen Dank an das Hohenloher Tagblatt für die Genehmigung. Foto: Ufuk Arslan.
Seitentitelbild: © Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Jürgen Weller, Fotografie.
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