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Die Freundin der Tochter

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Regie: Josh Broecker (2009)

Darsteller: Katrin Saß (Hannah), Edgar Selge (Paul), Susanne Bormann (Pia), Esther Zimmering (Charlotte)

Offizielle Seite bei arte  IMDB OFDb

Pressemappe (mit einem Interview mit Susanne Bormann und Fotos aus dem Film) extern beim NDR.

Erstausstrahlung: 15. Mai 2009, 21.00 Uhr bei arte

Inhalt

Die 20-jährige Pia erzählt ihrer Mutter Hannah von den Beziehungsproblemen ihrer Mitbewohnerin Charlotte, die mit einem verheirateten Mann liiert ist. Als Hannah merkt, dass sie die Betrogene ist, nimmt sie den Kampf gegen die Jüngere auf. Ergreifendes Melodram mit Katrin Saß, Edgar Selge und Susanne Bormann in den Hauptrollen. (arte)


Susanne Bormann als Pia in Die Freundin der Tochter

Hannah und Paul, beide Mitte 50, sind seit Jahren verheiratet. Nicht nur ihre 20-jährige Tochter Pia hat den Eindruck, dass sie eine wunderbare Ehe führen.

Pia diskutiert mit der Mutter darüber, ob es die große Liebe gäbe und wie sie denn aussehen könnte. So wie bei ihrer 24-jährigen Freundin und Zimmermitbewohnerin Charlotte, die ein Verhältnis mit einem wesentlich älteren Mann hat?
Susanne Bormann - Die Freundin der Tocher 2
Paul setzt seinen Eiertanz fort. Paul (Edgar Selge) und Pia (Susanne Bormann)
© NDR/Britta Krehl


Noch kommt Hannah nicht in den Sinn, dass dies irgend etwas damit zu tun haben könnte, dass ihr Mann in letzter Zeit oft spät nach Hause kommt. Im Gegenteil, sie hat Verständnis dafür, wenn er vorübergehend etwas mehr arbeiten muss.

Schließlich berichtet Charlotte ihrer Freundin Pia, dass sich ihr Liebhaber ihretwegen sogar von seiner Frau trennen möchte.
 
Erst als Paul einige Tage zu einem Kongress fahren will, Hannah aber unter keinen Umständen dabeihaben möchte, stellt sie fest, dass ihr eigener Mann Charlottes Liebhaber ist.

Hannah ist zwar betroffen. Schließlich fasst sie den Entschluss, Paul mit ihren Mitteln wiederzugewinnen. Als ihre Tochter ihr erzählt, dass Charlotte jetzt Schwedisch lernt, meldet auch sie sich bei dem Kurs an. Bei dieser Gelegenheit lernt sie Charlotte persönlich kennen, ohne sich als Pauls Frau zu erkennen zu geben.

Paul wird misstrauisch, als er hört, dass Hannah ebenfalls Schwedisch lernen will. Dennoch fährt er zu dem Kongress - mit Charlotte und ohne seine Frau. Seinen Anrufen zu Hause merkt man an, dass er etwas verbirgt. 

Susanne Bormann - Die Freundin der Tocher 4
Pia (Susanne Bormann) kommt nach Hause und erzählt Hannah (Katrin Saß), dass Charlotte Schluss gemacht hat.
© NDR/Stefan Erhard
Hannah, zunächst niedergeschlagen, beschließt, ihr Ziel weiter zu verfolgen. Als ihr Mann - sichtlich erschöpft - nach Hause kommt, trifft er nicht wie erwartet auf Vorwürfe und auf Misstrauen, sondern auf Mitgefühl. Er ist irritiert.

Charlotte, die immer noch nicht weiß, dass Hannah die Frau ihres Liebhabers ist, fasst Vertrauen zu ihr. Auf diese Weise erfährt Hannah, dass die Beziehung durchaus nicht so glücklich ist. Zwischen Paul und Charlotte liegt eine Generation, und sie überfordert ihn. Darin erkennt Hannah ihre Chance: Sie empfiehlt Charlotte, ihren Mann noch stärker an sie zu binden - bis dieser selbst erkennt, dass er mit der jüngeren Partnerin nicht mithalten kann.

Während Paul mit Charlotte tanzen und in die Oper geht, wird ihm immer mehr bewusst, wie wenig er dem Ausbruchsversuch gewachsen ist. Andererseits erkennt er immer stärker, was ihm sein Heim und seine Frau bedeuten.

Als Pia schließlich mit ihrem Freund Eric vorzeitig von einem Ostseeausflug zurückkehrt, macht sie eine unerwartete Entdeckung.

Bilder, Bildunterschriften und weitere Informationen zur Sendung mit herzlichem Dank von arte. Hochaufgelöste Versionen mit Klick auf die Bilder.

Als Zuschauer gesehen

Ein kleiner Film, aber einer, den es sich anzuschauen lohnt. Die Ausgangssituation mag wie manches andere Detail etwas konstruiert erscheinen. Doch Affären verheirateter Männer mit anderen, auch viel jüngeren Frauen, sind es weiß Gott nicht. Wie viele Ehen sind in Pauls Alter in Konvention erstarrt - oder schon zerbrochen?

Die Erkenntnis, dass ihr Mann einen anderen hat, ist für die Frau wohl immer ein Schock, und Hannah ist keine Ausnahme, das wird deutlich gezeigt. Was folgt sind oft Szenen, Zerwürfnisse, Scheidung - oder das Übereinkommen "den Schein zu wahren". Auch wenn es ihr nicht leicht fällt, geht Hannah einen anderen - keineswegs leichten - Weg: Sie versucht ihren Mann zurückzugewinnen, indem sie gezielt ihre Vorteile ausspielt. Das wird nicht jede Frau können - aber eine Anregung zum Nachdenken ist es allemal. Vielleicht sogar, bevor der Mann eine andere hat?

Der Film ist zuallererst eine Paraderolle für Katrin Saß, die sie auch wunderbar ausfüllt. Trotzdem: Auch die anderen Schauspieler des kleinen Ensembles sind sehenswert, und Susanne Bormanns als Tochter Pia hat eine schöne und wichtige Rolle. Sie ist das Bindeglied, das die Figuren von Beginn an zusammenhält. Sie kann ebenso unbeschwert scherzen: "Ich wüsste ja, was ich Freitagabend vorhätte" wie bodenlos verzweifelt ihre Freundin zur Rede stellen.

Ein zusätzliches Plus gibt es übrigens für die sensibel eingesetzte Filmmusik von Ulrich Reuter. (MB)

Pressestimmen

Die Freundin der Tochter ist bei der Presse durchweg gut aufgenommen worden.

So schreibt die Filmzeitschrift Cinema: Keine Rachegeschichte à la "Club der Teufelinnen", sondern eine differenzierte Studie gegenseitiger Verletzbarkeit, besonders von Katrin Saß großartig und nuanciert gespielt.

Der Westen meint: Oberflächlich betrachtet passiert ... nicht viel, dennoch ist der Film keine Sekunde langweilig... Tiefgang und Heiterkeit müssen sich nicht ausschließen - schade, dass das deutschen Regisseuren nicht h����ufiger so wunderbar gelingt.

TVMovie meint: Die Geschichte überzeugt durch Glaubwürdigkeit, Sensibilität und wirklich schöne Ideen. Und die tolle Darstellerriege begeistert – allen voran Katrin Saß. Sie spielt hier ihre schönste Rolle seit "Goodbye, Lenin!".

Das Programmjournal Prisma schreibt: Regisseur Josh Broecker drehte dieses ergreifende Beziehungsdrama mit Top-Besetzung. In der Rolle der betrogenen Ehefrau überzeugt Katrin Saß bis in die kleinste Einstellung, als der gebeutelte Ehemann und überforderte Fremdgänger hätte Broecker keine bessere Besetzung als Edgar Selge finden können.

Eine sehr lesenswerte Kritik, die auch das gesellschaftliche Umfeld der Handlung auslotet, bietet die Frankfurter Rundschau. Sie meint: So gestaltet sich der Film bitter im Großen, köstlich im Detail.

Seitentitelbild: © NDR/Stefan Erhard

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