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Der Fall Holdt

Der Fall Holdt

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Regie: Anne Zohra Berrached (2017)

Drehbuch: Jan Braren

Darsteller: Maria Furtwängler (Charlotte Lindholm), Aljoscha Stadelmann (Frank Holdt), Susanne Bormann (Frauke Schäfer), Ernst Stötzner (Christian Rebenow), Hedi Kriegeskotte (Gudrun Rebenow), Moritz Jahn (Jonas Holdt), Annika Martens (Julia Holdt) u.a.

Offizielle Website (ARD)

IMDb  Pressemitteilung  Nordfilm (Produktion) Wikipedia

Presseheft

Erstausstrahlung am 05. November 2017, 20:15, bei der ARD

Inhalt

Ein neuer Fall führt Charlotte Lindholm in menschliche Abgründe und sie selbst an den Rand der Belastbarkeit. In der Nähe von Walsrode wurde eine Bankiersfrau entführt. In heller Panik bittet Frank Holdt, ihr Ehemann und Leiter einer örtlichen Bank, seine wohlhabenden Schwiegereltern, Christian und Gudrun Rebenow, um Hilfe bei der Lösegeldforderung. Er kann die geforderte Summe bis zum gesetzten Termin nicht allein aufbringen.

Gegen Holdts ausdrücklichen Willen informiert Rebenow die Polizei; daraufhin überbringt Holdt auf Anweisung der Entführer im Alleingang das Geld. Fieberhaft laufen die Ermittlungen an. Als Julia Holdts Wagen leer im Wald gefunden wird, ist das Schlimmste zu befürchten. Nach kurzer Zeit gerät Holdt selbst ins Visier der Ermittlungen. Charlotte Lindholm findet heraus, dass er hoch verschuldet ist, seine Ehe am Ende und Julia Holdt einen Liebhaber hatte. Als Beweise für häusliche Gewalt hinzukommen, verstrickt Holdt sich immer stärker in widersprüchliche Aussagen. Scheinbar hat er auch einen Tag vor der Entführung mit den Tätern telefoniert.

Dann wird Julia Holdt brutal ermordet aufgefunden und Charlotte treibt Holdt weiter in die Enge. Fieberhaft beteuert er seine Unschuld, doch seine Lage wird immer verzweifelter. Am Ende steht ein tragisches Schicksal, das Charlotte sich zum Vorwurf macht. Ihr Chef, Marc Kohlund, entzieht ihr daraufhin den Fall. (ARD)

Susanne Bormann in Tatort: Der Fall Holdt

Zu Beginn eine Feier, die Charlotte Lindholm nur einmal rasch verlässt. Draußen wird sie in einer peinlichen Situation fotografiert, verliert die Nerven und wird bei der anschließenden Auseinandersetzung verletzt. Physisch gekennzeichnet, gerät sie auch psychisch aus dem Gleichgewicht - mit fatalen Folgen für ihren nächsten Fall - den Fall Holdt.





 
Der Fall Holdt - Susanne Bormann (Sarah), Denis Moschitto (Lukas) und Mia Kasalo
Maria Furtwängler (Charlotte Lindolm), Adam Bousdoukos (Henning)
© Marion von der Mehden / NDR
Charlotte Lindholm mit ihrer neuen Mitarbeiterin Frauke Schäfer, der nicht entgeht, dass Charlotte mehrere Fehler unterlaufen.





 

 
Amelie rennt -Susanne Bormann
Susanne Bormann (Frauke Schäfer) mit Maria Furtwängler (Charlotte Lindholm)
© Marion von der Mehden / NDR
Holdt übergibt das Lösegeld - deutlich verspätet - doch seine Frau bleibt verschollen. Die "Spezialisten" durchkämmen den umliegenden Wald - ergebnislos. Schließlich wenden sie sich mit einem Video der Familie an die Öffentlichkeit. Die Familie ist verzweifelt - während Frank Holdt selbst eher starr, ja gleichgültig erscheint.





Amelie rennt - Samuel Girardi (Bart)
Stephan Grossmann (Marc Kohlund) links neben der Leinwand und im Bild Ernst Stötzner (Christian Rebenow), Hedi Kriegeskotte (Gudrun Rebenow), Moritz Jahn (Jonas Holdt) und Aljoscha Stadelmann (Frank Holdt)
© Marion von der Mehden / NDR
Es geht um die Entführung einer Bankiersgattin. Die Entführer verlangen "300.000 Euro, in gebrauchten Scheinen und keine Polizei". Dies noch dazu innerhalb weniger Stunden. Hold will den größten Teil des Geldes aus der Filiale besorgen und selbst überbringen. Wegen des Rests wendet er sich an seine Schwiegereltern. Die aber wollen die Polizei einschalten, denn "die haben Spezialisten für so was".




Amelie rennt - Mia Kasalo  
Susanne Bormann (Frauke Schäfer) mit Stephan Grossmann (Marc Kohlund)
© Marion von der Mehden / NDR
Frauke Schäfer berichtet dem LKA-Beamten  Marc Kohl. Sie hat Bedenken, dass  ihre Chefin mit dem Fall überfordert ist.






 
Material mit freundlicher Genehmigung des NDR


 
Amelie rennt - Jasmin Tabatabai (Dr. Murtsakis) und Mia Kasalo (Amelie)
Hedi Kriegeskotte (Gudrun Rebenow) Aljoscha Stadelmann (Frank Holdt) und Ernst Stötzner (Christian Rebenow)
© Marion von der Mehden / NDR
Amelie rennt - Mia Kasalo und Samuel Geradi
Annika Martens (Julia Holdt) und Aljoscha Stadelmann (Frank Holdt)
© Martin Rattini
Was Holdt verschwiegen hat: Seine Ehe ist in der Kriese. Seine Frau hat einen Geliebten und war gerade im Begriff, sich von ihm zu trennen.



 
Amelie rennt - Mia Kasalo
Susanne Bormann (Frauke Schäfer) © Marion von der Mehden / NDR
 
Schließlich ist Hold selbst in dringen Verdacht geraten, die Entführung seiner Frau selbst beauftragt zu haben. Charlotte Lindholm führt ihm in der Untersuchungshaft das Schicksal seiner Frau vor Augen.




 
Amelie rennt - Mia Kasalo
Maria Furtwängler (Charlotte Lindholm) mit Aljoscha Stadelmann (Frank Holdt) © Marion von der Mehden / NDR

Als Zuschauer gesehen

Der Fall Holdt steht in den besten Tatort-Traditionen. Im Grunde sind hier zwei Handlungsstränge verquickt. Die von Maria Furtwängler erneut dargestellte Charlotte Lindholm, sonst in der Regel eher taff und souverän - ist im wahrsten Sinne des Wortes angeschlagen, hat Mühe, den professionellen Abstand zu dem Fall zu halten und begeht mehrere entscheidende Fehler. Ihre Kollegin Frauke Schäfer (Susanne Bormann) rettet die Situation mehrfach. Nur im Interesse des Falls?

Der zweite Handlungsstrang ist der der entführten Bankiersgattin Julia Holdt (Annika Martens). Im Laufe der Handlung gelangen mehrere Beteiligte in den Fokus der Ermittlungen: Zunächst ein Nachbar, dann ein Geliebter der Frau (den Holdt lange Zeit verschweigt) und schließlich sogar Frank Holdt (Aljoscha Stadelmann) selbst, der die Entführung nur vorgetäuscht haben könnte. So nehmen die Ermittlungen mehrere überraschende Wendungen. Das Ende wird hier - natürlich - nicht verraten, ist sicher aber anders als von manchem erwartet.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die Anregung für diesen Tatort von einer wahren Begebenheit, nämlich dem Fall Maria Bögerl, ausgeht. Allerdings hat der Drehbuchautor Jan Braren beim Filmgespräch auf der Frankfurter Buchmesse noch einmal betont, dass das wirklich nur der Aufhänger gewesen ist und eine dokumentarische Darstellung keinesfalls beabsichtigt war.

Auch dieser Tatort hebt sich vom üblichen Krimieinerlei ab. Das beginnt schon bei den beiden Hauptrollen und größeren Nebenrollen (neben Susanne Bormann hier auch Holdts Schweigereltern, dargestellt von Hedi Kriegeskotte und Ernst Stölzner), die ausgezeichnet besetzt und gespielt sind. Susanne Bormanns Frauke Schäfer ist keineswegs nur "Gehilfin" ihrer Chefin und spielt eine durchaus ambivalente Figur. Frauke Schäfer ist genau und gründlich, das ist bei Kriminalisten sicher immer von Vorteil. Wie aber kann - oder muss - man vorgehen, wenn die Chefin Fehler macht - und ihr Vorgesetzter unter Erfolgszwang steht?

Dedizierte Action-Szenen enthält dieser Tatort kaum. Ganz im Gegenteil, die Inszenierung überzeugt eher durch ruhige, bevorzugt lange Einstellungen und bezieht auch die Natur großzügig mit ein. An manchen Szenen in dem abgelegenen Haus am Wald fühlt man sich an Haunted-House-Filme erinnert. Anne Zohra Berracheds Handschrift ist unverkennbar, ihr liegt dieser Stil. Und tatsächlich bedarf es gar keiner weiteren Action, um das Grauen im Verlauf immer deutlicher werden zu lassen. Denn zweifellos ist der Streifen ein handfester Krimi. Zugleich aber ist er eine psychologisch ausgelotete Familientragödie. Insofern muss man keineswegs eingefleischter Krimifan sein, um in seinen Bann gezogen zu werden. Resümee: Sehr sehenswert!  [MB]

Pressestimmen

Eine sehr gute Vorabbesprechung bietet der Nachrichtendienst Swyrl.tv - Stream what you really like: "Auch bei der ARD am Sonntagabend um 20.15 Uhr bleibt sie [Anne Zohra Berrached] ihrem Stil treu: Sie erzählt langsam, aber präzise, lässt sich im Kreieren von Emotionen nur selten von Musik helfen. Und sie verlässt sich dabei nicht nur auf eine tragfähige Geschichte, sondern vor allem auf ihre Darsteller... Ein absolut würdiger Jubiläumsfilm also."

Peter Rathay meint in der Thüringer Allgemeine: "Die NDR-Produktion, die in den vergangenen 16 Monaten entstand, hat alles, was ein spannender Krimi braucht: Entführung, eine Lösegeldforderung und die brutalen Erpresser...„Ich habe mir die Charaktere ausgesucht, die ich schon vor Augen hatte“, erinnert sie  [Anne Zohra Berrached] sich. Beispielsweise Ernst Stötzner oder Susanne Bormann, auch den aus Leipzig stammenden Stefan Grossmann."

Bei den Tatot-Fans heißt es: "Dieser Krimi aus Hannover ist wirklich klassisch angelegt und hat alles, was einen guten Fernsehabend ausmachen sollte. Viele Fragen bleiben offen, vielleicht gibt es hierzu mal eine Fortsetzung? Ich empfehle einzuschalten."

Und tittlebach.tv, sicher einer der seriösesten und eigenständigsten deutschen Fernsehkritiker, vergibt 5 von 6 Sternen und meint:  "Der NDR macht überdies seiner Kommissarin zum Jubiläum ein recht uncharmantes Geschenk: Susanne Bormann wird wie ein jüngeres Lindholm-Double zurechtgemacht – bis hin zur gleichen Bluse, die beide Frauen tragen, und der bei der nachträglichen Farbkorrektur angeglichenen Haarfarbe... Auch hier bleibt der Film konsequent: Unter den Frauen entwickelt sich ein Konkurrenzkampf, was die Ermittlungen nicht gerade erleichtert. Während Lindholm immer weiter abbaut, gewinnt Schäfer immer mehr Oberwasser."

Und Bloggerin Liv Stephan berichtet von der Voraufführung in Oldenburg: "Selten hat mich ein Tatort so sehr in den Bann gezogen, selten habe ich so bleischwer einen Kinosaal verlassen. Selten hat mich ein Ende so überrascht, so eiskalt erwischt."