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Barbara

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Regie: Christian Petzold (2012)

Drehbuch: Christian Petzold

Darsteller: Nina Hoss (Barbara), Ronald Zehrfeld (Andre), Jasna Fritzi Bauer (Stella), Mark Waschke (Jörg), Rainer Bock (Klaus Schütz), Claudia Geisler (Stationsschwester Schlösser), Susanne Bormann (Steffi) u.a.

Offizielle Seite  IMDB  Wikipedia  OFDb  filmportal.de

Hier das lesenswerte Presseheft mit Informationen zur Entstehung des Films.

Barbara erhielt auf der Berlinale 2012 den Silbernen Bären für die Beste Regie.


Trailer


Trailer - Barbara - .mov (16MB) oder (20MB)





Inhalt

Sommer 1980. Barbara (Nina Hoss) hat einen Ausreiseantrag gestellt. Sie ist Ärztin, nun wird sie strafversetzt, aus der Hauptstadt in ein kleines Krankenhaus tief in der Provinz, weitab von allem. Jörg (Mark Waschke), ihr Geliebter aus dem Westen, arbeitet an der Vorbereitung ihrer Flucht, die Ostsee ist eine Möglichkeit. Barbara wartet. Die neue Wohnung, die Nachbarn, der Sommer und das Land, all das berührt sie nicht mehr. Sie arbeitet in der Kinderchirurgie unter Leitung ihres neuen Chefs Andre (Ronald Zehrfeld), aufmerksam gegenüber den Patienten, distanziert zu den Kollegen. Ihre Zukunft fängt später an. Andre verwirrt sie. Sein Vertrauen in ihre beruflichen Fähigkeiten, seine Fürsorge, sein Lächeln. Warum deckt er ihr Engagement für die junge Ausreißerin Stella (Jasna Fritzi Bauer)? Ist er auf sie angesetzt? Ist er verliebt? Barbara beginnt die Kontrolle zu verlieren. Über sich, über ihre Pläne, über die Liebe. Der Tag ihrer geplanten Flucht steht kurz bevor. (Piffl Medien)


Szenen aus Barbara

Barbara Szenenfoto 1
Barbara (Nina Hoss) Foto: Christian Schulz/Piffl Medien
Barbara, Kinderärztin, ist aus Berlin von der Charite aufs weite Land versetzt worden. Hinter ihr liegt zweifellos eine schlimme Zeit, sie war inhaftiert, ehemalige Freunde meiden sie - sie hat hier nichts mehr verloren und will nur noch eines: weg.
Barbara Szenenfoto 2
Andre (Robert Zehrfeld) mit Klaus Schütz (Rainer Bock)
Foto: Christian Schulz/Piffl Medien
Andre, ihr zukünftiger Chef, meint bei ihrer Ankunft zu einem hier noch nicht näher bekannten Herrn im Hintergrund: "Keine Sekunde zu früh". Sie will ihre Arbeit gewissenhaft machen, mehr nicht. Bindungen jeglicher Art sind nur hinderlich.
Barbara Szenenfoto 3
Barbara (Nina Hoss) Foto: Christian Schulz/Piffl Medien
Barbaras Freund Jörg, mit dem sie im Westen zusammenleben will, hat ihr Geld für die Flucht besorgt. Am Kreuz auf dem Fahrradweg versteckt sie es zunächst. Barbara weiß, dass sie unter Beobachtung steht. Sie ist eine Gejagte, mit unstetem Blick, von jedem Geräusch aufgeschreckt und ständig auf der Hut.
Barbara Szenenfoto 4
Andre (Ronald Zehrfeld) und Barbara (Nina Hoss)
Foto: Christian Schulz/Piffl Medien
Während sich die meisten Kollegen und Kolleginnen gleichgültig bis abweisend zu der "Berlinerin" verhalten - mancher ahnt oder weiß wohl auch etwas - bemüht sich ihr Chef Andre auffallend um sie. Zunächst haben sie sicher fachlich einen Draht zueinander, sehen viele Fälle ähnlich - aber das allein ist es wohl nicht. Weshalb nimmt sie Andre im Auto mit, sucht er immer wieder das Gespräch mit ihr, will ihr das Meer zeigen? Ein an ihren Fähigkeiten interessierter Kollege? Stasispitzel? Verliebter?

Barbara Szenenfoto 5
Barbara (Nina Hoss) und Jörk (Mark Waschke)
Foto: Christian Schulz/Piffl Medien
Im Interhotel trifft sich Barbara heimlich mit ihrem Freund Jörg. Jörg möchte, dass Barbara so schnell wie möglich zu ihm kommt. Er hat eine abenteuerliche Flucht über die Ostsee organisiert, die für das kommende Wochenende geplant ist.
Barbara Szenenfoto 6
Barbara (Nina Hoss) und Steffi (Susanne Bormann)
Foto: Christian Schulz/Piffl Medien
Während Jörg mit einem mitreisenden Freund im Restaurant ist, kommt etwas unverhofft dessen Ost-Freundin Steffi aus dem Nebenzimmer. Auch Steffi träumt davon, im Westen zu leben: "Wenn man mit jemandem im Westen verheiratet ist, kann man dann ausreisen?". Barbara verneint. Ihr Interesse für den dicken Jubiläums-Quellekatalog, den Steffi hervorholt, ist allerdings mehr bemüht als echt.


 
Barbara Szenenfoto 8

Barbara (Nina Hoss) und Andre (Ronald Zehrfeld)
Foto: Christian Schulz/Piffl Medien
Das Wochenende der geplanten Fluch ist gekommen. Barbara hat die Unterstützung bei der Anästhesie eines Patienten unter einem Vorwand abgesagt. Sie will weg. Dies nicht, ohne sich auf ihre Weise von Andre zu verabschieden. Ihr Kuss, der Andre hoffen lässt, ist ein Abschiedskuss.



 
Barbara Szenenfoto 9
Rechts: Stella (Jasna Fritzi Bauer)
Foto: Christian Schulz/Piffl Medien
Da steht auf einmal Stella vor der Tür, ein Mädchen aus dem Kinderheim Torgau, das sie zuvor erfolgreich behandelt hatte, um nach erfolgreicher Behandlung - schwanger - wieder ins Heim zurückzumüssen. Eine kurze Unaufmerksamkeit der Aufpasser - und Stella ergreift die Flucht.

Von Andre hat sich Barbara trennen können. Bei Stella geht es um mehr: ums Leben und Überleben.

Barbara wird vor eine schwere Entscheidung gestellt - und handelt.



 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Piffl Medien.

Presse

Barbara hat bereits zur Berlinale die Jury wie auch die Journalisten überzeugt und auch den Publikumspreis der Berliner Morgenpost erhalten. Hier einige Pressestimmen.

Verena Manhart schreibt im Blog Berliner Filmfestivals (sehr lesenswert!):
Die DDR mal nicht als Nordkorea zeigen. ... Mit Barbara zeichnet Petzold ein authentisches Bild der DDR im Kleinen, das man bislang auf der Leinwand vermisst hat. Die einfühlsame Geschichte von Freiheit und Liebe vor der Kulisse des DDR-Systems ist vielleicht Petzolds wärmster Film.

In der Berliner Zeitung heißt es in einer dpa-Rezension:
Regisseur Christian Petzold will in seinem Film vom Leben in der DDR erzählen - anstatt wie viele vor ihm darüber aufklären zu wollen... Petzold hat einen ganz anderen Ansatz: „Vielleicht kann der Film die Botschaft vermitteln: Lasst uns nicht Aufarbeiten, lasst uns Erzählen. Dass man die DDR nicht als eine Aufgabe betrachtet, die es zu erledigen gilt.“

Suzan Vahabzadeh schreibt in der Süddeutschen Zeitung:
Als Film über die DDR ist "Barbara" schon deswegen so großartig, weil Petzold so das Verhalten eines Individuums zum Staat tatsächlich zu einer ganz individuellen Frage macht. Nur sie selbst kann entscheiden, wie viel Idealismus sie aushalten kann.

Eine besonders schöne Würdigung findet sich bei Spiegel Online:
Christian Petzold galt als Deutschlands kühlster Regisseur. Mit dem phantastischen DDR-Frauendrama "Barbara" dürfte er diesen Ruf abstreifen.... Gleichzeitig malt "Barbara" ein selten stimmiges Porträt der DDR. Auf der einen Seite der gnadenlose Unrechtsstaat,...Auf der anderen Seite das normale Leben. Menschen, die vielleicht an die Ideale der DDR glauben.

Als Zuschauer gesehen

Filme über die DDR allgemein und über das Wirken der Staatssicherheit im Besonderen gibt es inzwischen genügend. Barbara zeichnet sich durch genaue Milieuschilderung (da gibt es einige) und vor allem durch differenzierte Charaktere (schon seltener) aus. Wie Christian Petzold selbst sagt, ging es nicht darum, "das Porträt eines Unterdrückerstaats" zu filmen, sondern "das, was zwischen den Menschen ist, sich aufgetürmt hat, was sie misstrauen lässt oder vertrauen...". Dies ist eindeutig gelungen: Barbara  ist keineswegs eine Heilige unter Schergen. Sie ist trotz ihres Selbstbewusstseins unsicher und macht Fehler. Nina Hoss bringt das - gewohnt - faszinierend herüber und nimmt den Zuschauer mit.

Wohl noch vielschichtiger ist die Figur des Andre. Ohne zu viel zu verraten, steht er sicher für viele, die sich mehr oder weniger arrangiert haben, ohne dadurch zu willen- und gedankenlosen "Tätern"  geworden zu sein. Genauso facettenreich und schwebend ist seine Beziehung zu Barbara, die jedenfalls sehr nachvollziehbar ist. Nachvollziehbarer vielleicht als die zwischen Barbara und Jörg. Auch wenn man Liebe kaum hinterfragen kann: Dass Jörg von der attraktiven Barbara angezogen ist, mag man akzeptieren. Was Barbara am Jörg bindet, ist weniger einleuchtend. Hier hätte vielleicht etwas Licht auf die Vorgeschichte gutgetan.

Die Handlung ist geschickt aufgebaut und gewinnt gerade am Schluss noch einmal an Spannung. Eigentlich will Barbara von Beginn an nur eines: weg. Andre wird sie nicht halten können. Vielleicht aber die wieder aus Torgau entkommene Stella? So hat der Film einen recht überraschenden Schluss, den man sich nicht vorher erlesen, sondern im Kino selbst anschauen sollte.

Auf jeden Fall ist Barbara eine deutliche Empfehlung wert - auch wenn, oder vielleicht gerade wenn man die DDR aus etwas anderem Blickwinkel erlebt hat (MB).


Berlinale und LOLA

Barbara lief im offiziellen Wettbewerb der Berlinale und errang den Silbernen Bären für die beste Regie.  Die Premiere fand am 11.2. statt. Susanne Bormann war bei der Premiere und auch bei der Abschlussgala dabei.

Hier finden Sie die Filmseiten der Berlinale zu Barbara.

Die DVD zum Film

DVD Barbara
Cover: Mit freundlicher Genehmigung von Piffl Medien
Barbara ist erschienen auf DVD und BluRay bei good!movies.

Technische Daten
Sprache: deutsch, englische Untertitel, Deutsch für Hörgeschädigte
Ländercode: 0
Bildformat: 16:9
Ton: Dolby Digital 5.1.
Laufzeit ohne Extras: 100 min.
Extras: Making Of, Kinotrailer, Trailershow.