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Der Baader Meinhof Komplex

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Regie: Uli Edel (2008)

Drehbuch und Produktion: Bernd Eichinger

Darsteller: Martina Gedeck (Ulrike Meinhof), Moritz Bleibtreu (Andreas Baader), Johanna Wokalek (Gudrun Ensslin), Nadja Uhl (Brigitte Mohnhaupt), Jan Josef Liefers (Peter), Stipe Erceg (Holger Meins), Niels Bruno Schmidt (Jan-Carl-Raspe), Vinzenz Kiefer (Peter-Jürgen Boock), Simon Licht (Horst Mahler), Alexandra Maria Lara (Petra Schelm), Hannah Herzsprung (Susanne), Tom Schilling (Josef Bachmann), Daniel Lommatzsch (Christian Klar), Sebastian Blomberg (Rudi Dutschke), Heino Ferch (Dietrich Koch), Bruno Ganz (Horst Herold), Susanne Bormann (Peggy) u.a.

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Das Presseheft

Teaser in hoher Auflösung (48 MB) und in niedriger Auflösung (9 MB), Trailer (26 MB)

Drei interessante Filmausschnitte zum Anschauen hat Der Spiegel (im unteren Seitenabschnitt)

Stefan Aust: Der Baader Meinhof Komplex (Die Buchvorlage - als Ergänzung sehr empfehlenswert)

Katja Eichinger: Der Baader Meinhof Komplex  - Das Buch zum Film (mit komplettem Drehbuch und vielen Szenenbildern)

DVD/BlueRay-Disk erschienen bei Highlight Communications
Inhalt

Deutschland in den 70ern. Die radikalisierten Kinder der Nazi-Generation, angeführt von Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), der ehemaligen Starkolumnistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek), kämpfen gegen das, was sie als das neue Gesicht des Faschismus begreifen: die US-amerikanische Politik in Vietnam, im Nahen Osten und in der Dritten Welt, die von führenden Köpfen der deutschen Politik, Justiz und Industrie unterstützt wird. Die von Baader, Meinhof und Ensslin gegründete Rote Armee Fraktion hat der Bundesrepublik Deutschland den Krieg erklärt. Es gibt Tote und Verletzte, die Situation eskaliert, und die noch junge Demokratie wird in ihren Grundfesten erschüttert. Der Mann, der die Taten der Terroristen zwar nicht billigt, aber dennoch zu verstehen versucht, ist auch ihr Jäger: der Leiter des Bundeskriminalamts Horst Herold (Bruno Ganz). Obwohl er große Fahndungserfolge verbucht, ist er sich bewusst, dass die Polizei allein die Spirale der Gewalt nicht aufhalten kann. (Constantin Film)


Susanne Bormann als Peggy in Der Baader Meinhof Komplex

Der Film setzt auf dem Höhepunkt der 68-er Bewegung ein. Viele Jugendliche rebellieren gegen verkrustete Strukturen, den Vietnamkrieg, brutalen Polizeiterror, die Springer-Presse u.a. Die Pfarrerstochter Gudrun Ensslin und der schon als Kind aufsässige Andreas Baader sind der Auffassung, dass Diskutieren und Demonstrieren nicht reicht, sondern harte Aktionen notwendig sind. Nachdem sie in einem Berliner Kaufhaus einen Brand gelegt haben, werden sie verurteilt. Gudrun Ensslin wird im Gefängnis von der bekannten Journalistin Ulrike Meinhof interviewt, die von Ensslins Konsequenz beeindruckt ist. Trotzdem Ulrike Meinhof, verheiratet und zwei Kinder, in gut bürgerlichen Verhältnissen lebt, schließt sie sich Ensslin und Baader immer mehr an.

Banküberfall in Berlin
Banküberfall in Berlin - Herb (Patrick von Blume), Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Ingrid (Anna Thalbach)
Für die weitere Entwicklung Ulrike Meinhofs waren sicher die Dreharbeiten an ihrem Film "Bambule" über ein Berliner Kinderheim von großer Bedeutung (im Film leider weitgehend ausgespart). Die Zustände, unter denen die Kinder damals aufwuchsen, aber noch mehr die Ohnmacht, nichts daran ändern zu können, machen Ulrike Meinhof immer offener für radikale Ansichten und Aktionen.

Hier ordnet sich auch Susanne Bormanns kleine Rolle ein. Sie spielt Peggy, eines der jungen Mädchen, das Ulrike Meinhof in dem Kinderheim kennenlernte. Peggy ist so etwas wie ein Kontrapunkt zu Ensslin, Meinhof und Baader. Anders als diese, die bis zu ihrer Kriegserklärung an die Gesellschaft recht komfortabel gelebt hatten, muss Peggy in dem Kinderheim selbst ziemlich Schlimmes erlebt haben. Ihr gelingt die Flucht und sie kommt bei Ulrike Meinhof unter.

Peggy wirkt viel naiver und frischer als die RAF-Führungskader, und auch ihre Sprache ist nicht in deren Phrasen gefangen. Da sie bei Ulrike Meinhof wohnt, ergibt es sich ganz natürlich, dass sie sich an der gewaltsamen Befreiung Andreas Baaders aus dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen im Mai 1970 beteiligt, die oft als Geburtsstunde der RAF gilt. Im Sommer nimmt sie an der Militärausbildung in einem Lager der El Fatah in Jordanien teil, aus dem der Film auch einige skurrile Szenen zeigt. Anschließend ist sie bei einer Reihe von Banküberfällen beteiligt, die der RAF ein ansehnliches Startkapital verschafften.

Schon im Oktober wird Peggy als eines der ersten RAF-Mitglieder verhaftet und tritt später nicht mehr in Erscheinung. Es ist sicher ein Vorzug des Films, dass auch solche kleineren Rollen exzellent besetzt wurden. (Nur nebenbei: Äußerlich ist Susanne in der Rolle kaum wiederzuerkennen.)

Bildmaterial, Trailer und Presseheft: Constantin Film GmbH, mit herzlichem Dank.

Interview mit Susanne Bormann

Hier im Player (Flash) und als Download (mp3) ein Interview, das Susanne Bormann zu ihrer Rolle und zum Film am 16.09. für radioeins - rbb gegeben hat. Vielen Dank an radioeins - rbb für die Genehmigung.


Bilder von der Premiere im Kino Delphi in Berlin

Premiere Baader-Meinhof-Komplex Berlin Martina Gedeck Moritz Bleibtreu Johanna Wokalek  Premiere Baader-Meinhof-Komplex Berlin Susanne Bormann  Premiere Baader-Meinhof-Komplex Berlin Susanne Bormann
Die Hauptdarsteller Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu und Johanna Wokalek Susanne Bormann vor der Baader-Meinhof-Komplex-Stellwand... ...und beim Signieren von Autogrammen

Bildnachweis:
links Constantin Film GmbH
mitte und rechts; Stefan Krempl, AEDT (Am Ende des Tages), dort auch weitere Bilder von der Berliner Premiere
mit herzlichem Dank



Als Zuschauer gesehen

Baader Meinhof Komplex Entführung Hanns Martin Schleyer
Die Entführung von Hanns Martin Schleyer, "hart durchgezogen": Peter-Jürgen Boock (Vinzenz Kiefer) und Willy Peter Stoll (Hannes Wegener)
Der Film ist keine leichte Kost. Zum einen zeigt er nach der ersten Viertelstunde fast nur noch Brutalität, Hass und Leid, und zwar - wohlgemerkt - sowohl von Seiten der RAF als auch des Staates. Dies wird der Wirklichkeit entsprochen haben, macht den Filmbesuch aber dennoch unbehaglich. Zum zweiten schreibt der Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger selbst: "Es gibt niemanden, mit dem sich der Zuschauer identifizieren kann". Dies unterscheidet den Baader Meinhof Komplex von anderen, ebenfalls harten historischen Filmen wie "Schindlers Liste" oder "Der Pianist". Auch das mag nah an der Wahrheit sein - verstörend ist es dennoch.

Der Film hält sich von der Fakten her eng an Stefan Austs Buchdokumentation. Auch wegen der eingeblendeten Originalaufnahmen glaubt man streckenweise fast, in einem Dokumentarfilm zu sitzen. Natürlich kann der mit 2 1/2 Stunden schon recht lange Streifen nur punktweise Einblicke in eine fatale Fehlentwicklung vermitteln; dennoch ist er bei einiger Ausführlichkeit zu Beginn am Schluss vielleicht doch etwas zu skizzenhaft geraten und der Dramatik nicht mehr ganz gerecht geworden.

Die Besetzung mit durchweg exzellenten Schauspielern hält vollauf, was sie verspricht. Manchmal besteht ja dabei die Gefahr, dass sich Einzelne profilieren wollen - hier agiert das Ensemble aber ganz hervorragend zusammen. Zudem sehen die Schauspieler den Vorbildern (den meisten von uns natürlich nur von Fotos bekannt) verblüffend ähnlich. Gegen Ende hat wohl selbst die Maske nicht mehr den von Bildern bekannten physischen Verfall einer Ulrike Meinhof oder Gudrun Ensslin nachbilden können oder wollen, und auch ihre (aus Kassibern entnommene) teils absurde Sprache wurde geglättet.

Als lebendiges und packendes Geschichtsgemälde ist der Baader Meinhof Komplex tatsächlich gelungen und sehenswert. Mehr will er nicht - leistet er aber auch nicht. Hintergründe werden wenig beleuchtet und schon gar nicht bewertet, Die Frage, weshalb sich intelligente Menschen wie Ulrike Meinhof von durchaus berechtigt gegen Missstände der Gesellschaft Auflehnenden zu rücksichtslosen Mördern wandelten, bleibt letztlich unbeantwortet. Hier bezieht sogar Stefan Austs Buch - bei klarer Trennung von Dokumentation und Interpretation - deutlich mehr Position. (MB 20.9.2008)

Bild: Constantin Film GmbH.

Zur DVD

DVD Der Baader Meinhof KomplexEinzel-DVD: Bild: 1.85:1 in 16:9, Ton: Deutsch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS 5.1, Hörfilmfassung Stereo, Regie und Produzenten - Kommentar, Länge: ca. 143 Min. Extras: Blick hinter die Kulissen (ca. 7 Min.), Darsteller-Infos

Premium-Edition (Doppel-DVD) :Bild: 1.85:1 in 16:9, Ton: Deutsch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS 5.1, Hörfilmfassung Stereo, Regie und Produzenten - Kommentar, Länge: ca. 143 Min. Extras: Making of (ca. 28 Min.), Uli Edel (ca. 12,5 Min.), Über Authentizität (ca. 23 Min.), Die Musik (ca. 11,5 Min.), Die Schauspieler und ihre Rollen (ca. 38 Min.), Stefan Aust über die RAF und ihre Zeit (ca. 41 Min.), Bernd Eichinger über die Annäherung an den Film und die 60er und 70er Jahre (ca. 15 Min.), Bernd Eichinger über die Dramaturgie des Films (ca. 10 Min.)

Blue-Ray-Disk: Bild: 1.85:1 in 16:9, Ton: Deutsch DTS-HD 5.1, Hörfilmfassung Stereo, Regie und Produzenten - Kommentar, Länge: ca. 149 Min. Extras wie Premium-Edition

Die DVD ist sehr gelungen. Das Bild ist gestochen scharf und die Farben sind einwandfrei und knackig, sodass die aufwändigen Außenszenen mit hohem Schauwert eindrucksvoll zur Geltung kommen. Auch bei den dunkleren Innenaufnahmen sind keine Mängel erkennbar. Auch der 5.1-Ton ist gut, die Stimmen sind gut verständlich und die Tonspur bietet schöne Surroundeffekte (Beispiel: Kaufhausbrand). Im "Making of" der Premium-DVD ist auch Susanne Bormann kurz zu sehen.

Eine Rezension der BlueRay-Disk bietet Area-DVD.
 

Filmbewertungsstelle Wiesbaden

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden hat dem Film das Prädikat "Besonders Wertvoll" verliehen. Hier das Gutachten der FBW: (Mit Dank an die FBW)
FBW Besonders Wertvoll
Das Sachbuch von Stefan Aust wurde als großes Kino werkadaptiert, das zugleich analytisch sowie differenziert erzählt. Die Gewaltszenen werden mit den Mitteln von Actionfilmen inszeniert; die Show-Werte machen aber nie die Inhalte vergessen.

Der Einstieg ist mit der Demonstration gegen den Schah, die Prügelorgie der Jubelperser und schließlich dem Tod von Benno Ohnesorg geschickt gewählt, denn so wird das Gefühl der Ohnmacht der jungen Rebellen vermittelt. Der Film versucht, sowohl den Terroristen wie auch den Vertretern der Staatsgewalt gerecht zu werden, indem er beide Seiten mit einer ähnlich objektiven Distanz beschreibt. So wird Horst Herold von Bruno Ganz nicht nur als eine Charaktermaske, sondern als ein kluger und nachdenklicher Stratege gezeichnet. Die einzelnen Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe lernt man als idealistische Romantiker kennen, die sich zusehends in ihren Fanatismus hineinsteigern.

Obwohl viele Nebenfiguren nur in sehr kurzen Sequenzen auftauchen, wird der Plot nie diffus, und dies hat neben dem gut gebauten Drehbuch auch mit der sehr geschickten Besetzung zu tun. Viele der Schauspieler sehen den von ihnen Dargestellten ganz erstaunlich ähnlich, und auch kleine Rollen wurden mit hochklassigen Akteuren besetzt. So hat etwa Alexandra Maria Lara noch nicht einmal eine Sprechrolle.

Dies ist ein historischer Film über die jüngste bundesdeutsche Vergangenheit, und als solcher scheint er beeindruckend authentisch. Von der Ausstattung über Kostüm, Make-up bis zur Sprechweise der einzelnen Protagonisten wirkt das alles wie aus einem Guss. Und so hat Uli Edel hier einen Film in der Tradition von Constantin Costa-Gavras gemacht: Der Baader Meinhof Komplex ist zugleich politisch und spannend
.
Andreas Baader Gudrun Ensslin
Moritz Bleibtreu als Andreas Baader und Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin

Presse

Auch wenn die Gesamturteile der Print- und Onlinemedien unterschiedlich ausfallen, liegen die Meinungen über Stärken und Schwächen des Films oft gar nicht so weit auseinander: Ausgezeichnete schauspielerische Darstellungen, packende Handlung, zu wenig Positionsbestimmung. Nur die Schwerpunkte sind verschieden gesetzt.

Der Filmdienst schreibt in Heft 20/08:
Die bestechendsten Sequenzen sind jene, die man salopp Actionszenen nennen könnte. ...Doch virtuose Action macht bei diesem Sujet keinen guten Film. Im Vorsatz, den Mythos RAF durch exzessive Gewaltdarstellungen zu entzaubern, läuft der Film Gefahr, einen neuen zu schaffen. (Herzlichen Dank an den Filmdienst für die Genehmigung.)

Kino.de meint allerdings:
Der Film wirft zwar viele Fragen auf, die nicht ohne weiteres beantwortet werden können und die gewalttätigen Szenen lassen ein bedrückendes Gefühl zurück, vor allem aber setzt sich dieses filmisch exzellent umgesetzte Stück deutscher Nachkriegsgeschichte als eindrückliches und großartiges Kinoerlebnis mit Tiefgang im Kopf fest.

Moviemaze schreibt:
Selbst 150 Filmminuten sind zu kurz, um dieses dunkle und vor allem einflussreiche Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte auch nur mit einem Ansatz von Tiefgang zu umreißen. Herausgekommen ist also eine Art düsteres "Best of RAF" Konglomerat, das einem zwar ein paar geschichtliche Zusammenhänge nahebringt, aber dennoch nur die Ausgangsbasis für eine vertiefte Eigenrecherche sein kann.
Ulrike Meinhof
Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) ist bei der Blockade des Springer-Hochhauses dabei

Die taz resümiert:
Herausgekommen ist ein "Baader-Meinhof-Komplex", ein Film, der die Geschichte, anders als im Sülz deutscher Betroffenheitsnachdenklichkeit lange üblich, über die Handlung erzählt und es dabei schafft, vielschichtig zu bleiben.

Die Zeit lobt...
Um es vorab zu sagen: Der Baader Meinhof Komplex ... ist gut gemacht, mit hervorragenden Schauspielern und kraftvollen Bildern. Mit Sicherheit wird er die Debatte um die RAF neu entfachen. Verändern aber wird er sie nicht.

...
während der Tagesspiegel sehr kritisch mit dem Film umgeht:
Keine Idee, nirgends. Kein ernsthafter Versuch einer Interpretation oder gar Analyse jener Zeit. Stattdessen fahrige Abtastung von Oberflächenreizen ... „Der Baader Meinhof Komplex“ ist ein Actionfilm, der von aufgepeitschter Massenszene zu Massenszene ... und schließlich von Leiche zu Leiche jagt.

Umfangreiche Zusammenstellungen weiterer Kritiken gibt es bei Film-Zeit.
Bilder: Constantin Film GmbH.


Seitentitelbild: © Constantin Film GmbH.

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